// Methodik · Verfahren nach EU-KI-VO 2024/1689

Wie CompliKI KI-Risiken einordnet.

Regelbasiert und nachvollziehbar. Jede Bewertung lässt sich auf die zugrundeliegenden Antworten und Rechtsgrundlagen zurückführen. Diese Seite zeigt offen, wie das Verfahren funktioniert - und wo seine Grenzen liegen.

VERFAHREN · Methodik · Stand 2026-08
  • 01Regelbasierte Logikdeterministisch
  • 02Strukturierte EingabenWizard
  • 03RollenlogikArt. 3
  • 04RisikostufenArt. 5/6
  • 05Versionierte Grundlagedatiert
  • 07Grenzen der Automatisierungoffen
Regelbasiert

Regelbasierte Einordnung statt Blackbox.

CompliKI nutzt für die Risikoeinordnung deterministische Regeln, keine generative KI. Bei identischen Antworten ergibt sich das identische Ergebnis - und der Entscheidungsweg lässt sich Schritt für Schritt nachvollziehen.

Deterministische LogikGleiche Eingaben führen zu gleichen Ergebnissen - reproduzierbar und prüfbar.
Strukturierte EntscheidungspfadeJede Frage ordnet die Einstufung gezielt einer EU-AI-Act-Risikokategorie zu.
Sichtbare BegründungJede Bewertung enthält die Liste der Antworten, die zum Ergebnis geführt haben.
Regelbasiert statt generativDie Risikoeinordnung entsteht regelbasiert, nicht durch ein Sprachmodell.
02 · Eingaben

Strukturierte Eingaben.

Der Klassifizierungs-Wizard arbeitet mit definierten Fragen über mehrere Kategorien. Statt Freitext und Keyword-Raten gibt es klar zugeordnete Antwortoptionen - jede mit Wirkung auf die Einordnung.

A

Zweck und Einsatzkontext

In welchem Bereich wird das KI-System eingesetzt? Welche Entscheidungen unterstützt es? Wer interagiert mit dem System?

B

Datenarten und Datenquellen

Welche Datenarten werden verarbeitet? Personenbezogene Daten, besondere Kategorien, anonyme Daten? Woher stammen sie?

C

Entscheidungswirkung

Hat das System Einfluss auf Zugang zu Beschäftigung, Bildung, Sozialleistungen, Kreditwürdigkeit, Strafverfolgung oder Migration?

D

Annex-III-Anwendung

Liegt einer der in Annex III des EU AI Act gelisteten Hochrisiko-Anwendungsbereiche vor? Falls ja, welcher?

03 · Rollenlogik

Die Rolle bestimmt die Pflichten.

Der EU AI Act unterscheidet vier Hauptrollen - jede mit eigenem Pflichtenkatalog. CompliKI führt durch die Abgrenzung und zeigt nur die Pflichten, die für die festgestellte Rolle und Risikoeinordnung relevant sind.

Provider

Anbieter

Wer ein KI-System entwickelt oder unter eigenem Namen in Verkehr bringt. Umfangreichste Pflichten bei Hochrisiko-Systemen.

Deployer

Betreiber

Wer ein KI-System im eigenen Verantwortungsbereich nutzt. Pflichten u.a. zu menschlicher Aufsicht, FRIA und Transparenz.

Importeur

Einführer

Wer ein KI-System aus einem Drittland in die EU einführt. Sorgfaltspflichten u.a. zur Konformitätsprüfung.

Distributor

Händler

Wer ein KI-System auf dem EU-Markt bereitstellt, ohne Provider oder Importeur zu sein. Vorgelagerte Prüfpflichten.

Hinweis: Eine Organisation kann gleichzeitig in mehreren Rollen agieren. Bei eigenen Erweiterungen oder Anpassungen kann ein Deployer zum Provider werden. CompliKI unterstützt bei der Einordnung, ersetzt aber keine juristische Würdigung im Einzelfall.

Risikostufen

Vier Risikokategorien nach EU AI Act.

Der EU AI Act unterteilt KI-Systeme in vier Risikoklassen. CompliKI ordnet jedes erfasste System in diese Stufen ein und zeigt die jeweils geltenden Pflichten.

I Verboten

Verbotene Praktiken (Art. 5)

KI-Anwendungen, die unter Art. 5 fallen, sind in der EU verboten - z.B. soziale Bewertung durch Behörden oder manipulative Techniken mit erheblichem Schadenspotenzial.

II Hochrisiko

Hochrisiko-Systeme (Art. 6, Annex III)

KI-Systeme in sensiblen Bereichen wie Beschäftigung, Bildung, Strafverfolgung oder kritischer Infrastruktur. Umfassende Pflichten an Provider und Deployer.

III Begrenzt

Begrenztes Risiko

Systeme mit Transparenz-Pflichten - z.B. Chatbots und KI-generierte Inhalte (Deepfakes). Pflicht zur Information der Nutzer und zur Kennzeichnung. Hinweis: Transparenzpflichten nach Art. 50 gelten zusätzlich zur Risikoklasse - Emotionserkennung etwa ist nach Anhang III Hochrisiko und am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen sogar verboten.

IV Minimal

Minimales Risiko

Die große Mehrheit der KI-Systeme. Keine spezifischen Pflichten nach EU AI Act; weiterhin gelten allgemeine Regeln wie DSGVO, Produktsicherheit und Haftung.

Zusätzlich gelten für General-Purpose-AI (GPAI) eigene Transparenz- und Dokumentationspflichten. CompliKI unterstützt diese Sicht in den Workflow-Strecken.

Versionierung

Versionierte Rechtsgrundlage.

Jede Bewertung wird mit der Version der zugrundeliegenden Rechtsgrundlage gespeichert. So bleibt nachvollziehbar, auf welchem Stand eine Einstufung beruht - und wann eine Re-Prüfung sinnvoll ist.

Versionsstempel pro BewertungAn jeder Klassifizierung steht der Rechtsgrundlagen-Stand, der ihr zugrunde liegt.
Re-Klassifizierungs-HinweiseÄndert sich die rechtliche Lage, weist CompliKI auf zu prüfende Bewertungen hin.
Historie bleibt erhaltenÄltere Bewertungen werden nicht überschrieben, sondern als historisch markiert.
Rechtsstand der AnwendungDer Stand der Inhalte ist im Produkt und auf dieser Website sichtbar (aktuell: 2026-08).
06 · KI-Co-Pilot

KI-Co-Pilot als Unterstützung, nicht als Entscheider.

Der optionale KI-Co-Pilot hilft beim Formulieren von Texten und beim Strukturieren von Eingaben. Die Risikoeinordnung selbst trifft er nicht - sie bleibt regelbasiert und reproduzierbar.

Formulierungshilfe

Vorschläge für die Beschreibung von KI-Systemen, Risiken und Maßnahmen.

Strukturierung von Eingaben

Hinweise auf Stellen, an denen Eingaben unscharf oder unvollständig sind.

Erklärungen zu Begriffen

Kontext zu Rechtsbegriffen aus dem EU AI Act im Glossar-Stil.

Kennzeichnung generierter Inhalte

Vom Co-Piloten generierte Texte sind als solche markiert und stets fachlich zu prüfen.

Der KI-Co-Pilot nutzt die Anthropic-API. Eingaben können dabei auf US-Server übertragen werden. Details und Opt-out in der Datenschutzerklärung sowie auf der Seite Sicherheit und Datenschutz

Ehrliche Grenzen

Wo CompliKI hilft - und wo nicht.

Eine ehrliche Aufstellung, wo CompliKI trägt und wo eine individuelle fachliche oder juristische Prüfung sinnvoll oder erforderlich ist.

Was CompliKI nicht leistet
  • Keine Rechtsberatung: ersetzt keine anwaltliche Prüfung im Einzelfall.

  • Keine verbindliche Einstufung: eine strukturierte Erstbewertung, keine behördliche Feststellung.

  • Keine Konformitätsbescheinigung: die Konformitätsbewertung erfolgt durch zuständige Stellen.

  • Kein lückenloser Annex IV: zentrale Inhalte werden unterstützt, prüffeste Doku erfordert ergänzende Arbeit.

  • Keine Garantie auf Aktualität: Rechtsgrundlagen werden laufend gepflegt, Vollständigkeit ist nicht garantiert.

Bekannte Abdeckungsgrenzen
  • General-Purpose-AI (GPAI): Inhalte werden laufend ergänzt; systemische Risiken sind nicht vollständig automatisiert prüfbar.

  • Branchen-spezifische Regulierung: Anforderungen aus z.B. MDR, IVDR oder Finanzaufsicht sind nicht abgebildet.

  • Internationale Regulierungen: Anforderungen außerhalb der EU (UK, USA, andere) sind nicht abgebildet.

  • Harmonisierte Normen: sobald harmonisierte Normen vorliegen, werden sie sukzessive aufgenommen.

Erste Bewertung, keine Rechtsberatung. CompliKI liefert eine strukturierte Erstbewertung und Dokumentation. Bei besonders sensiblen Fällen, harten Hochrisiko-Anwendungen und vor wichtigen Entscheidungen empfiehlt sich eine individuelle fachliche und juristische Begleitung.
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